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Unterstützte Kommunikation

Wilken, Etta (Hrsg.): Unterstützte Kommunikation. Eine Einführung in Theorie und Praxis. Stuttgart, Berlin, Köln 2002

Unterstützte KommunikationSeit der Gründung der deutschen Sektion der International Society for Augmentative and Alternative Communication (ISAAC) 1990 hat sich der Bereich der Unterstützten Kommunikation hierzulande ordentlich gemacht. Ein erfreuliches Ergebnis dieser Entwicklung ist zum Beispiel das vorliegende Buch, das ich bedenkenlos weiterempfehlen kann. Der Leser findet hier eine sehr gut gelungene Sammlung von Fachbeiträgen rund um die Unterstützte Kommunikation, als Verfasser fungieren durchweg ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet.
Die Themen sind gut gewählt. Neben grundlegenden Texten – z.B. „zur Diagnose der Verständigungsfähigkeit bei nicht sprechenden Kindern“ (Gudrun Kane, Psychologin an der Uni Heidelberg) – finden sich auch Beiträge zu recht speziellen Fragestellungen – zum Beispiel zum Aufbau einer Beratungsstelle zur Kommunikationsförderung im Beitrag von Stefan Geiger, selbst Leiter einer solchen Beratungsstelle.
Auch kontroverse Beiträge finden sich. So hält Christiane Nagy zunächst ein flammendes Plädoyer für die Gestützte Kommunikation (FC), basierend auf persönlichen Erfahrungen mit ihrem autistischen Sohn. Direkt anschließend holt Susanne Nußbeck ganz nüchtern und v.a. empiriebasiert – in der deutschen Sonderpädagogik hat so was leider einen gewissen Seltenheitswert ... – zum Gegenschlag aus und nimmt ein Argument der FC-Befürworter nach dem anderen auseinander. Mal abgesehen davon, dass die beiden Artikel in dieser Kombination eine richtig spannende Lektüre ergeben, wird der Leser förmlich gezwungen, eine eigene Position zu entwickeln. Sehr schön das!
Genug der rezensierenden Worte. Kaufen und selber lesen!


Verlag: Kohlhammer | Preis: 24,80 EUR | Rezensent: Tim Bendokat
Bewertung :

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Unterstützte Kommunikation

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