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Rezensionen

Unterstützte Kommunikation

Boenisch,Jens / Bünk, Christof (Hrsg.): Methoden der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe 2003

Methoden der Unterstützten KommunikationDer vorliegende Band stellt die Beiträge der 7. bundesweiten isaac-Fachtagung zusammen, welche im Jahr 2003 stattgefunden hat. Hier wurde also schnell gearbeitet, denn das Buch erschien noch im selben Jahr.


Das Buch ist in drei Teile gegliedert, welche die verschiedenen Methoden der Unterstützten Kommunikation in unterschiedlichen Feldern fokussieren.


Teil 1 und 2 widmen sich dabei in sehr praxisorientierter Weise den unterschiedlichsten Möglichkeiten zur UK-Intervention in den verschiedenen Lebensphasen: Der erste Teil bietet Beiträge zu „Methoden der UK in der frühen und basalen Förderung“. Der Bereich der basalen Förderung wird hier insbesondere durch die Beiträge von Astrid Stannarius-Costabel zum „Bobath-Handling in der Esstherapie von Säuglingen und Kleinkindern mit cerebralen Bewegungsstörungen“ – ein Text, der gerade für viele KB-Pädagogen von Interesse sein dürfte – sowie den Beitrag von Winfried Mall über seinen in der Schwerstbehindertenpädagogik bekannten Ansatz der „Basalen Kommunikation“ abgedeckt.


Im zweiten Teil des Buches werden Methoden der Unterstützten Kommunikation im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter exemplarisch vorgestellt. Wie für den ersten Teil gilt auch, dass man kaum eine maßgeschneiderte Antwort auf jede denkbare Frage aus der eigenen beruflichen Praxis finden wird. Allerdings bieten die thematisch breit gefächerten Beiträge zahlreiche Anregungen für die eigene Arbeit. Wer z.B. vor der Aufgabe steht, den Umgang mit einer elektronischen Kommunikationshilfe anzubahnen, findet sicherlich einige brauchbare Hinweise in dem Beitrag von Christian Bruns über die Einführung des Aladin-Talkers (155 ff.). Wer eher Tipps für den Einsatz der Gebärdenunterstützten Kommunikation sucht, könnte bei Angela Michel (201 ff.) fündig werden.

Auch in diesem Teil stehen somit die Erfahrungen aus ganz verschiedenen Praxisfeldern der Unterstützten Kommunikation im Vordergrund.

Deutlich theoretischer wird es dann im dritten Teil des Buches, welcher mit „Methoden der UK in Beratung, Ausbildung und Forschung“ überschrieben ist. Auch hier stehen wieder ganz unterschiedliche Problemlagen im Mittelpunkt der einzelnen Beiträge. So findet der Leser Informationen zur Ausbildung im Bereich UK, zur Arbeit einer UK-Beratungsstelle oder auch eine sehr informative Handreichung zur Diagnostik. Auf großes Interesse wird sicher auch der Beitrag von A. Biermann zur Überprüfung von Authentizität und Effektivität der Gestützten Kommunikation, handelt es sich bei dieser Methode doch um den Gegenstand einer seit Jahren andauernden äußerst kontrovers geführten Debatte.

Neben den vielfältigen Informationen, die das Buch dem Leser bietet, dokumentiert es zudem, dass im Bereich Unterstützte Kommunikation tatsächlich ein effektiver Austausch zwischen Theorie und Praxis stattfindet. Dies hat in der Sonderpädagogik Seltenheitswert. Es wäre wünschenswert, wenn das Beispiel UK auch in anderen Bereichen unserer Disziplin Schule machen würde.

Wem ist die Anschaffung dieses Buches nun zu empfehlen? Angesichts der sehr vielfältigen und überwiegend sehr speziellen Fragestellungen, denen sich die einzelnen Beiträge des Buches widmen, scheint die Lektüre eher für Personen interessant zu sein, die sich bereits etwas intensiver mit dem Thema Unterstützte Kommunikation befasst haben und somit über ein bestimmtes Grundwissen verfügen. Wer sich zunächst einen allgemeinen Überblick über die Grundlagen der Unterstützten Kommunikation verschaffen möchte, ist mit der Anschaffung des vorliegenden Buches dagegen wahrscheinlich nicht so gut beraten. Aber für diese Interessenten liegen auch einige empfehlenswerte Bücher vor, die z.T. schon auf diesen Seiten besprochen werden.


Verlag: Von Loeper Literaturverlag | Preis: 25,00 EUR | Rezensent: Tim Bendokat
Bewertung :

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Methoden der Unterstützten Kommunikation

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