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Rezensionen

Kommunikation

Pöhlmann, Simone/ Roethe, Angela: Streiten will gelernt sein. Die kleine Schule der fairen Kommunikation und
Rosenberg, Marshall B.: Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation. Ein Gespräch mit Gabriele Seils. Beide Freiburg 2004

Streiten will gelernt seinGleich zwei Bücher aus dem Herder-Verlag befassen sich mit den Möglichkeiten von Streitschlichtung/ Meditation im Rahmen der Konflikt- und Gewaltprävention.
PÖHLMANN und ROETHE wandeln mit ihrem Buch auf einem derzeit immer populärer werdenden Weg: Streit zu vermeiden bringt auf Dauer nicht viel – es kommt vielmehr darauf an, auf faire Art und Weise miteinander zu streiten. So klären sie auch zunächst darüber auf, dass Konflikte normal sind und zum menschlichen Miteinander dazu gehören. Nach diesen einleitenden Teil zeigen die Autorinnen anhand einiger Beispiele, aus welchen Anlässen und Kommunikationsmissverständnissen heraus Konflikte entstehen können. Schon in diesen ersten Kapiteln findet der Leser immer wieder kleine Hinweise, die dazu anregen, eigenes Verhalten zu reflektieren und ggf. zu modifizieren.
Die folgenden Kapitel thematisieren verschiedene Kommunikationsmethoden und stellen fundiert die jeweiligen Vor- und Nachteile für eine faire Kommunikation in den Mittelpunkt. Auch die mittlerweile klassischen Kommunikationstheorien wie die von Friedemann von Thun (die vier Beziehungsebenen der Kommunikation) werden im Buch anschaulich und verständlich dargestellt.
Insgesamt ist "Streiten will gelernt sein" und gutes Buch, um eigene Verhaltensweisen zu überdenken. Darüber hinaus hilft es, Kommunikationstrainings zu planen und durchzuführen, etwa in der Schule. Die einzelnen Theorien und Aspekte des Themas sind angemessen und verständlich dargestellt und verschiedene Übungen ermöglichen die praktische Erprobung des Gelesenen. Die im Buch verstreuten fett gedruckten Allgemeinplätze wie "Jeder gelöste Konflikt ist ein Gewinn" klingen zwar recht abgedroschen, stören aber nicht weiter. Auch in Hinblick auf den Preis ist dieses Buch absolut lohnenswert.

RosenbergROSENBERG, der Autor des zweiten Buches, geht mit seinem Buch "Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation" einen etwas ungewöhnlichen Weg: der gesamte Text (158 Seiten) ist mehr oder weniger ein Interview, welches er mit der Journalistin und Kommunikationstrainerin Gabriele Seils führt. Der Aufbau erfolgt dabei einem klaren roten Faden: die einzelnen Kapitel sind klar voneinander abgegrenzt. Im Vorwort überkommt einem übrigens das Gefühl, dass nicht Herr ROSENBERG Initiator des Buches ist, sondern Frau SEILS bzw. dass beide ein lebhaftes Interesse daran haben, sich gegenseitig zu loben. Das stört aber nicht weiter, da die Lobhudelei nur zwischendurch aufkommt.
Inhaltlich unterscheidet sich das Buch kaum von anderen zur selben Thematik. Es werden verschiedene Kommunikationsmethoden und die üblichen Hindernisse für eine problemlose Kommmunikation sowie deren Lösungsansätze vorgestellt. Die Interviewform macht das Buch recht kurzweilig, auch wenn es dadurch schwerer ist, gezielt Informationen zu einem bestimmten Gebiet einzuholen. Insgesamt ist "Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommmunikation" ein gutes Buch für zwischendurch. Als Handreichung für die praktische Arbeit ist es eher ungeeignet.

Beide Bücher sind gute Ratgeber zum Thema "gewaltfreie bzw. faire Kommmunikation". Dabei richten sie sich eher an Laien, die mit dieser Thematik bisher nicht groß in Berührung gekommen sind. Aber auch für "Profis" bieten sie einige Anregungen.

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Verlag: Herder | Preis: 9,90 bzw. EUR | Rezensent: Sebastian Barsch
Bewertung :

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Streiten will gelernt sein

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