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Rezensionen

Sprachtherapie

Katz-Bernstein, Nitza/ Subellok, Katja (Hg.): Gruppentherapie mit stotternden Kindern und Jugendlichen. Konzepte für die sprachtherapeutische Praxis. München 2002

Gruppentherapie mit stotternden Kindern und JugendlichenDie Herausgeberinnen haben eine umfangreiche Sammlung zusammengestellt, welche sich dem Themenschwerpunkt von vielen Seiten her nähert. Einleitend formuliert KATZ-BERNSTEIN Überlegungen bezüglich möglicher Vorteile der Gruppen- gegenüber der Einzeltherapie. Im zweiten Teil des Buches werden vier verschiedene wissenschaftliche Konzepte vorgestellt, welche praxisrelevante Aspekte zur Planung, Durchführung und Qualitätssicherung in der Arbeit mit Therapiegruppen bieten sollen. Diese vier Konzepte sind nach Städten, in denen die jeweiligen Autorinnen tätig sind, benannt (z.B. das "Dortmunder Konzept"). Dies ist ganz praktisch, weil doch dadurch schon für zukünftige Wissenschaftlerei die notwendigen Fachtermini gesetzt wurden. Der Leser muss sie sich nicht mehr selbst ausdenken.
Das abschließende, eher obligatorische Kapitel (157-176), befasst sich Anwendungsmöglichkeiten der vorgestellten Konzepte.

Die einzelnen Therapiekonzepte werden ausführlich und verstädlich dargestellt. Dabei kommt glücklicherweise keine Konkurrenz zwischen den einzelnen Modellen auf, sondern es finden sich trotz aller Unterschiede viele Gemeinsamkeiten, die dem Buch einen roten Faden geben. Wie im Vorwort erwähnt waren alle Autorinnen gehalten, sich an bestimmte Kriterien zum Verfassen der Artikel zu halten: "Der theoretische Hintergrund ihrer Arbeit, Entstehung, Zielgruppe, Organigramm, Durchführung, Abläufe, Inhalte und Prozesse, sowie Reflexion im Sinne von "Anspruch und Wirklichkeit" sollten bei jedem Konzept erläutert werden." (12)

Eine solche Zielsetzung vor Beginn der Arbeit an einem Herausgeberwerk ist löblich, denn leider ist dies immer noch nicht übliche Praxis. In diesem Fall ist dadurch ein gut lesbares und spannendes Grundlagenwerk entstanden. Die einzelnen Modelle sind freilich weniger innovativ als die Herausgeberinnen dies vermitteln wollen und grenzen sich zuweilen kaum von etablierten Modellen ab. Dies ist jedoch üblich bei geisteswissenschaftlichen Werken und kann daher nicht negativ betrachtet werden. Alle Autorinnen finden die Waage zwischen rein theoretischen und praktischen Elementen ihrer Konzepte, diese Zweiseitigkeit wird auch beim Lesen schnell klar. So fehlt z.B. im letzten Kapitel auch nicht der Hinweis auf Aspekte der Verordnung und Abrechung von Gruppentherapien (Deutschland und Schweiz).
Alles in allem eine runde Sache. Es handelt sich bei diesem Buch weder um ein reines Theorie noch reines Praxisbuch. Und das Cover ist sehr schön gestaltet.


Verlag: Reinhardt | Preis: 19,90 EUR | Rezensent: Sebastian Barsch
Bewertung :

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Gruppentherapie mit stotternden Kindern und Jugendlichen

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