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Heilpädagogik

Dörr, Günther/ Grimm, Rüdiger/ Neuer-Miebach, Therese (Hrsg.): Aneignung und Enteignung. Der Angriff der Bioethik auf Leben und Menschenwürde. Düsseldorf 2000

Aneignung und EnteignungSchon beim Blick auf den reißerischen Titel ist mir zunächst die Galle hochgekommen, erweckt die Rede vom "Angriff der Bioethik" doch den Eindruck, als sollte einmal mehr das Bild der ach so fiesen Disziplin Bioethik hochgehalten werden. Lustigerweise wird der Titel bereits auf der ersten Seite entschärft. Dort ist dann nur noch von einem "Zugriff" die Rede...
Trotz dieses denkbar schlechten Einstiegs in die Lektüre des Buches hat sich selbiges letztendlich doch gelohnt. Das Werk fasst die Beiträge einer Fachtagung zusammen, die bereits 1998 in Kassel stattgefunden hat. Aufhänger war die sogenannte Bioethik-Konvention des Europarats, welche tatsächlich als skandalös zu betrachten ist, woran auch die Umbenennung in "Menschenrechtsüberkommen" nichts ändern konnte. Außer dem Namen hat sich schließlich nicht viel geändert...
Diesem Anlass entsprechend weisen zahlreiche Beiträge einen wütend-kämpferischen Stil auf, dennoch haben sich meine düsteren Vorahnungen beim Lesen überwiegend nicht bestätigt. Trotz des peinlichen Titels geht es im Buch selbst meistens differenziert zu. Das soll nicht heißen, dass ich jedem Beitrag zustimmen würde, vielmehr habe ich mich nicht selten über bestimmte Thesen und deren argumentative Untermauerung geärgert. Aber das trägt letztlich dazu bei, eigene Positionen zu hinterfragen. Und insofern hat sich die Lektüre eben doch ausgezahlt, weswegen ich das Buch auch empfehlen kann.


Verlag: selbstbestimmt leben | Preis: 17,80 EUR | Rezensent: Tim Bendokat
Bewertung :

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Aneignung und Enteignung

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