sonderpaedagoge.de

Rezensionen

Unterrichtskonzepte

Jürgens, Eiko: Die 'neue' Reformpädagogik und die Bewegung Offener Unterricht. Theorie, Praxis und Forschungslage. Sankt Augustin 5. Auflage 2000

Jürgens: ReformpädagogikPISA ist in aller Munde. Neuen Unterricht braucht das Land, neue Methoden, vielen wären wohl gleich neue Lehrer am liebsten. Ganz sicher: irgendetwas muss sich tun.

Eiko Jürgens, Professor für Schulpädagogik an der Universität Bielefeld, geht in seinem (in erster Auflage 1994 erschienenen) Buch „Die ‚neue’ Reformpädagogik und die Bewegung Offener Unterricht“ einer lang bekannten, seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder „modernen“ Reformbewegung nach: der Öffnung von Unterricht.

Wertvoll ist dieses Buch für mich vor allem deswegen, weil es in einem ganz zentralen Teil danach fragt: „Wie wirksam, wie effizient, wie gut ist offener Unterricht eigentlich?“ Jürgens referiert Unterrichtsforschung zu offenen Unterrichtsmethoden und bleibt dabei kritisch: Er polarisiert nicht zwischen „geschlossenen“ und „offenen“ Unterrichtsformen. Beide hält er vielmehr für einander abwechselnde, ergänzende Konzepte.

Zwei weitere Schwerpunkte hat Jürgens: Zum einen ordnet er die „Bewegung Offener Unterricht“ ein in sich verändernde kindliche Lebenswelten und Lernbedürfnisse; er fragt: wieso eigentlich offener Unterricht? Zum anderen stellt er in einem Praxisteil die offenen Lernformen (wie Stationen lernen, Projektunterricht...) vor. Also: Wie denn nun offener Unterricht?
Außerdem wichtig: Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen zu lesen und mit Literaturangaben versehen.

Damit also nun gibt Jürgens keine Antworten auf PISA. (Wie sollte er 1994 auch?) Aber sein Buch dient der Orientierung, wenn es um Veränderung von Unterricht in Richtung Offenheit (oder auch der Reflexion bereits offener Formen!) geht.


Verlag: Academia | Preis: 14, 50 EUR | Rezensent: Markus Brück
Bewertung :

Bei Amazon bestellen:
Jürgens: Reformpädagogik

.

 

Übersicht Rezensionen